Roadtrip Schottland - Die Top Sehenswürdigkeiten Schottlands in 1 Woche

Schottland_Roadtrip

Ich bin verliebt in Schottland! Wir waren diesen Sommer eine Woche auf Roadtrip durch Schottland, und es hat mich einfach umgehauen und total überwältigt. Meine Erwartungen und Vorstellungen von dem wilden Land im Norden wurden bei Weitem übertroffen, und meine Begeisterung ist grenzenlos. Die Landschaft ist hier rau und schroff, dort sanft und hügelig, überall aber grün in allen Abstufungen und einfach wahnsinnig abwechslungsreich. Zugegeben, wir waren auch von der Sonne verwöhnt. Warum  sucht man solche Naturerlebnisse in der Ferne, wenn sie doch in zwei Flugstunden erreichbar sind? Schottland ist das perfekte Land für einen Roadtrip: freundliche Menschen, viel Kultur und Tradition, traumhafte Landschaften, kulinarische Leckerbissen und nicht zuletzt der Whisky - das Wasser des Lebens!

Auf eine ausgewogene Mischung aus Landschaftserlebnissen mit kurzen Wanderungen, einer Prise Geschichte und royalem Glanz, gepaart mit modernem Stadtleben, habe ich dabei besonderen Wert gelegt.

Roadtrip Schottland - die Top Sehenswürdigkeiten in 1 Woche

Die Route

Edinburgh - Loch Lomond - Oban - Isle of Mull - Glencoe Tal - Glenfinnan Monument - Isle of Skye - nördliche Highlands - Inverness - Whiskyregion Speyside - Balmoral Castle - Perth - St. Andrews - Edinburgh
Gesamtlänge: ca. 1600 km

 

Roadtrip Schottland - die Top Sehenswürdigkeiten in 1 Woche

Die Tagesetappen mit Sehenswürdigkeiten

1. Tag: Unser Roadtrip durch Schottland startet klassisch in der schottischen Hauptstadt. An unserem Ankunftstag in Edinburgh hatten wir am Nachmittag noch genügend Zeit, die Stadt bei einem Rundgang kennenzulernen. Wenn Du Dir dafür etwas mehr Zeit nehmen möchtest, kannst Du natürlich schon früher anreisen. Ich bin der Meinung, dass ein bis zwei Tage ausreichen, um einen guten Eindruck zu erlangen. Meine ausführlichen Tipps für einen Stadtrundgang durch Edinburgh erhälst Du hier.

2. Tag: Edinburgh - Oban

Tagesetappe ca. 245 km, reine Fahrtzeit ca. 3 h 45 Min.

 

Auf dem Weg zum Loch Lomond, dem größten Binnensee Großbritanniens, haben wir eine kurze Wanderung zum Ben A´an eingelegt. Ab dem Parkplatz Ben A´an bei Aberfoyle läufst Du etwa zwei Stunden hin und zurück durch mittelschweres Gelände (feste Schuhe sind echt wichtig). Während der Wanderung genießt Du eine grandiose Aussicht auf einige Nachbarseen des Loch Lomond. Die kurze Unterbrechung der Autofahrt tut nicht nur gut, sondern belohnt mit sagenhaftem Ausblick.

Schottland_WanderungBenAan

Von dort geht es weiter in das reizende Örtchen Luss mit seinen urigen kleinen Backsteinhäuschen, das direkt am wunderschönen Loch Lomond liegt. Hier kann man prima eine Kaffeepause einlegen oder auch eine Bootsfahrt über den See machen. In Inverary haben wir einen kurzen, aber lohnenswerten Blick auf das prächtige Inverary Castle geworfen.

Weiter ging unser Roadtrip Schottland nach Oban. Die kleine Hafenstadt hat neben vielen netten Shops und Restaurants auch eine der bekanntesten Single Malt Destillerien. Außerdem lohnt sich ein Besuch des McCaig`s Tower über der Stadt, der dem Kolosseum ähnelt. Von hier (oben ;-)) hat man außerdem einen tollen Blick über die wunderschöne Oban Bay. 

3. Tag: Tagesausflug Isle of Mull

Tagetappe ca. 60 km, reine Fahrtzeit ca. 1 h

 

Mit der vorreservierten Fähre sind wir samt Mietwagen von Oban in ca. 50 Minuten nach Craignure auf die Isle of Mull übergesetzt. Schon die Überfahrt durch die zerklüftete, fjordähnliche Landschaft ist ein Erlebnis.  

Die Isle of Mull ist nach der Isle of Skye die zweitgrößte Hebrideninsel und bietet mit ihrer sanften Hügel- und Berglandschaft wunderschöne Natureindrücke.


Zum Hauptort der Insel im Norden, nach Tobermory, fährt man etwa eine Stunde auf zum Teil abenteuerlichen „Single-Track-Roads“ (hier ist nur Platz für ein Fahrzeug, aber Verkehr in beiden Richtungen erlaubt, sodass man manchmal an den Ausweichstellen warten muss, um dem Gegenverkehr Platz zu machen). Ein Bummel durch den kleine Hafenort mit seinen reizenden bunt gestrichenen Häusern lohnt sich auf alle Fälle. Empfehlen kann ich Dir hier das Café „The Gallery“ in der ehemaligen Kirche (!). Hier warten leckere Snacks und selbst gebackener Kuchen auf Dich. Whisky-Liebhaber sollten einen Abstecher in den schönen Shop der Tobermory Distillerie machen, in dem man auch verschiedene Whiskys probieren kann.

Wunderschöne Sandstrände findet man auf Mull zum Beispiel in der Calgary Bay.

Wenn Du nicht ohnehin einen zweiten Tag auf der Isle of Mull einplanst, kannst Du alternativ von Fionnphort im Südwesten der Insel die Personenfähre weiter zur Isle of Iona nehmen. Auf der kleinen Klosterinsel, von der aus sich das Christentum in Schottland verbreitet hat, kannst Du Dir die ehemalige Abtei und den Friedhof anschauen. Darauf sind viele schottische Könige, darunter auch „Macbeth“, begraben. Auch Touren zur unbewohnten Insel Staffa, bei denen man Papageientaucher sichten kann, starten von hier und sollten im Voraus gebucht werden. Für uns war leider dafür die Zeit zu knapp, und so ging es mit der Fähre zurück nach Oban (Tipp: in den Sommermonaten unbedingt vorher reservieren).

4. Tag: Oban - Isle of Skye

Tagesetappe bis Fähre ca.  155 km, reine Fahrtzeit ca. 2 h 45 Min

 

Von Oban führt unser Roadtrip durch Schottland weiter ins Glencoe Tal (ca. 1 Stunde Fahrt). Die einzigartige Berglandschaft wurde leider auch Schauplatz eines scheußlichen Massakers in der Geschichte: der Highland Clan der McDonald`s wurde hier 1692 grausam ermordet. Hinter dem Ort Glencoe liegt wunderschön eingebettet in die Natur das neue Visitor Centre, in dem man sich über die Geschichte und die Region informieren und auch eine kleine Rundwanderung (ca. 30 Minuten) unternehmen kann. Das Café mit tollem Blick auf die Bergkulisse solltest Du unbedingt besuchen.

Schottland_GlencoeTal
Blick vom Visitor Centre ins Tal

Unsere Route durch Schottland führt uns über die wunderschöne Panoramastraße „Road to the Isle“ von Fort William nach Mallaig, wo die Fähre auf die Isle of Skye ablegt. Von Fort William aus erhaschen wir noch einen Blick auf Großbritanniens höchsten Berg, den Ben Nevis. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichen wir das Glenfinnan Monument und Viadukt. Genau wie das Glencoe Tal war auch das Glenfinnan Viadukt Schauplatz in den Harry Potter Filmen. Der bekannte Dampfzug „The Jakobite“ fährt zwei Mal täglich über diese Brücke. Beim richtigen Timing und mit etwas Glück (wenn man dann auch einen Parkplatz ergattert hat) kann man in einem spektakulären Moment den Zug über die Brücke fahren sehen. Wir hatten dieses Glück leider nicht, fanden aber auch den Ausblick am Glenfinnan Monument auf den Loch Shiel herrlich.

Eine weitere Stunde geht es auf der Road to the Isle entlang an der wunderschönen zerklüfteten Küste. Dabei erwischen wir dann doch noch einen Blick auf den „Jakobite“, dessen Zugstrecke teilweise parallel bis nach Mallaig führt. Hier legt die Fähre nach Armadale auf der Isle of Skye ab. Die Überfahrt mit Caledonian Ferry (vorherige Buchung vor allem in der Hochsaison empfehlenswert) dauert nur etwa 30 Minuten. Der nächste Ort nach Armadale auf ist Broadford, wo Du einige Restaurants und einen Supermarkt findest. 

Die Isle of Skye hat mich komplett umgehauen und total fasziniert. Deshalb habe ich ihr einen extra Bericht über die wichtigsten 5 Sehenswürdigkeiten gewidmet, den Du hier findest. (Tagesetappe auf der Isle of Skye am 4. und 5. Tag: ca. 180 km, Fahrzeit ca. 3 h 20 Min.)

 

5. Tag: Isle of Skye - Inverness

Tagesetappe ca. 160 km, reine Fahrtzeit ca. 2 h 40 Min.

 

Wir verlassen die Isle of Skye bei Kyleakin über die Skye-Brücke in Richtung der Highlands. Über Dornie und vorbei am Eilean Donan Castle, der Filmkulisse für „Highlander“, und  Loch Ness fuhren wir zu unserer Unterkunft  in der Nähe von Inverness in den nördlichen Highlands.

Von den Highlands hatte ich ein bestimmtes Bild vor Augen: wilde, unberührte Hügellandschaft so weit das Auge reicht - ziemlich unbewohnt und einsam. Dazu viele Schafe und natürlich Highland Rinder. Mein Bild hat sich in der Realität  weitgehend bestätigt - nur die Highland Rinder sind gar nicht so einfach anzutreffen. Kein Wunder, dass diese Landschaft als Kulisse vieler Filme wie Harry Potter, James Bonds "Skyfall" und der US-Serie Outlander gedient hat. 

6. Tag: Umgebung Inverness 

Tagesetappe ca. 12 km, reine Fahrtzeit ca. 20 Min.

 

An dieser Stelle empfiehlt jeder Reiseführer einen Besuch des sagenumwobenen Loch Ness. Es gibt ein Besucherzentrum, und man kann eine Bootsfahrt auf dem See unternehmen und nach dem Ungeheuer Ausschau halten. Wir wollten jedoch den Touristenströmen aus dem Weg gehen und haben daher nur von oben einen Blick auf den schönen See geworfen. Und nein, Nessie haben wir dabei auch nicht gesehen.

Schottland_LochNess
Loch Ness

Wir haben uns lieber für einen Bummel durch Inverness entschieden. Mit 60.000 Einwohnern ist Inverness die Hauptstadt der Highlands und die nördlichste Stadt Großbritanniens. Sie liegt malerisch am River Ness und wird überragt vom Inverness Castle, von dem aus man einen schönen Blick über die Stadt hat.  

Schottland_Inverness

Von Inverness ist es nicht weit zu den Clava Cairns. Diese Hügelgräber und Steinkreise aus der Bronzezeit zeugen von den damaligen Totenkulten und sind kaum besucht, dabei lohnt es sich ein Abstecher - vor allem, wenn man sowieso das naherlegene Colloden Battlefield besuchen möchte. 

Denn in nur etwa 1,5km Entfernung liegt ein weiteres Zeugnis der Geschichte: das Cullodon Battlefield. Auf diesem Schlachtfeld bei Culloden nahm am 16. April 1746 der lange Kampf der Jakobiten ein blutiges Ende. Das Besucherzentrum (kostenpflichtig) informiert über diesen wichtigen Teil der schottischen Geschichte. Der Bereich des ehemaligen Schlachtfelds, auf dem noch einige Grabsteine der Highland Clans zu sehen sind, kann kostenlos besichtigt werden.  

7. Tag: Inverness - Perth

Tagesetappe ca. 275 km, reine Fahrtzeit ca. 4 h 30 Min.

 

Unser Roadtrip durch Schottland führt weiter von Inverness in die Whiskyregion Speyside. Natürlich kann man Schottland nicht besuchen, ohne sich mit dem „Wasser des Lebens“, dem Whisky, zu beschäftigen. Auf dem Weg nach Speyside besichtigen wir gleich in Tomatin eine Distillery  und  nehmen an einer Führung teil. Ich bin kein Whisky-Experte, und er schmeckt mir auch nicht besonders, aber trotzdem ist ein Besuch einer Distillery in Schottland ein Muss und ein besonderes Erlebnis. Alleine um zu verstehen, welche Bedeutung der Whisky, dessen Herstellungsprozess bis zur Destillation dem Bierbrauen ähnelt, für das Land und die Einwohner dort hat. 

In der Region Speyside dreht sich alles um den Whisky, es gibt hier alleine 46 Brennereien, in die man einfach rein gehen und  nach einer Führung fragen kann. In Dufftown, der Whisky-Hauptstadt, ist eine der überregional bekannten Destillerien ansässig, Glenfiddich. Im Ort Craigellachie kann man bei einer Besichtigung der Speyside Cooperage den Küfern bei der Fässerherstellung und Reparatur zuschauen. 

Unser Weg führt weiter durch die faszinierende, karge Berglandschaft der Grampian Mountains, in denen auch einige  Skigebiete liegen. Hier folgen wir den Spuren der englischen Queen bis zum Balmoral Castle. Ihre Vorfahrin Queen Victoria ließ es errichten, nachdem sie bei ihrem ersten Besuch in der Gegend 1842 von der Landschaft so begeistert war. In dem aus rauem Granit gebauten Schloss mit seinen Türmchen, Erkern und Zinnen, verbringen die britischen Royals immer noch jedes Jahr den August und September. In den restlichen Monaten können der weitläufige schön angelegte Garten und der Ballsall besichtigt werden. 

Anschließend führt unsere Route nach Perth, einer hübschen Kleinstadt in Zentralschottland, mit  netten Geschäften, urigen Pubs und Restaurants.

Schottland_BalmoralCastle
Balmoral Castle

8. Tag: Perth - Edinburgh

Tagesetappe ca. 140 km, reine Fahrzeit ca. 2 h 10 Min.

 

Vor der Fahrt zum Flughafen nach Edinburgh bleibt uns noch genug Zeit für einen Abstecher an die Ostküste nach St. Andrews. Schon wieder wandeln wir auf den Spuren der Royals, denn in dieser wunderschönen historischen Universitätsstadt hat Prinz Wiliam während seines Studiums seine Kate kennengelernt. Die beeindruckenden Ruinen der alten St. Andrews Cathedral, die einmal die größte Kirche Schottlands war, liegen am schönen Sandstrand des Studentenstädtchens, das Du unbedingt besuchen solltest. 

Zurück in Edinburgh endet unser einwöchiger Roadtrip durch Schottland zu den Highlights des Landes.

Fazit: in jeder Hinsicht abwechslungsreich ist nicht nur die atemberaubende Natur in Schottland,  sondern auch unsere Route, die uns neben der einsamen Landschaft in historisch geprägte, immer fein herausgeputzte Städte und Ortschaften geführt hat. Unsere Unterkünfte waren ebenso abwechslungsreich: in Oban und auf der Isle of Skye wohnten wir bei herzlichen Gastgebern in Bed & Breakfast Privatunterkünften, außerhalb von Inverness in einem typisch britischen Landhotel mitten in den Highlands, und in Perth und Edinburgh übernachteten wir in modernen und zentralen Stadthotels.

Buchung: den Roadtrip durch Schottland habe ich als Autotour inklusive der Unterkünfte und der Fährüberfahrten als Gesamtpaket über DERTOUR gebucht und es sehr genossen, mir diesmal nicht aufwändig die beste Route und die  Übernachtungen an den jeweiligen Orten raussuchen zu müssen. Als Reiseunterlagen erhielten wir ein Booklet, in dem die Sehenswürdigkeiten ausführlich beschrieben waren. Also die perfekte Kombination aus täglicher Flexibilität innerhalb des geplanten Rahmens. Falls Du Fragen dazu hast oder Tipps benötigst, kannst Du Dich gerne an mich wenden. 


Hat Dir mein Artikel "Roadtrip Schottland - Die Top Sehenswürdigkeiten Schottlands in 1 Woche" gefallen? Dann teile ihn gerne oder schreibe mir einen Kommentar. 

Kommentare: 2
  • #2

    Sonja (Sonntag, 27 Oktober 2019 17:22)

    Ich plane nächstes Jahr eine Reise nach Schottland und bin auf Deine Seite gestoßen. Ich finde die Beschreibung super, sehr informativ, die Bilder sind toll, werde mich auf jeden Fall inspirieren lassen. Danke!

  • #1

    Andrea Dauth (Freitag, 25 Oktober 2019 19:20)

    Der Artikel hat mir total gefallen und hat in mir die Lust geweckt, diese Tour selber unbedingt mal zu machen. Tolle Bilder und super geschrieben!!

Madame Fernweh

Hallo,

leidest Du auch oft an Reisefieber und Fernweh? Die beste Medizin dagegen: sich aufmachen und die Welt entdecken! Auf meinem kleinen, privaten Reiseblog möchte ich Dich mit Fotos und Reiseberichten zu neuen Zielen inspirieren und Dir mit wertvollen Tipps zu Reiserouten, Unterkünften, Ausflügen und Sehenswürdigkeiten bei der konkreten Planung Deines nächsten Trips behilflich sein. Wenn Du möchtest, kannst Du hier mehr über mich erfahren.