Reisebericht Hausboot Irland mit Kindern

1 Woche mit dem Hausboot auf dem Shannon

Minimalismus und Entschleunigung sind zwar gerade angesagt, aber im Urlaub muss es bei vielen immer noch ein „weit weg und viel reinpacken“ sein.

Ein Urlaub mit dem Hausboot in Irland ist deshalb ideal, um mal wieder richtig zu entspannen und runter zu kommen, sich in Langsamkeit zu üben und auf das Wesentliche zu konzentrieren - die Familie! Der Familienzusammenhalt wird beim gemeinsamen Anpacken an Bord auf alle Fälle  gestärkt. Und Kinder und Teenager lieben Ferien auf dem Wasser!

Und das ohne Koffer packen zwischendurch - einfach perfekt für einen Familienurlaub!

Gerne teile ich meine Erfahrungen in diesem Reisebericht über unseren Urlaub mit dem Hausboot in Irland mit Kindern.

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Still ruht der Lough Key bei Sonnenaufgang

Die  naturbelassene  Landschaft entlang Irlands größtem Fluss, dem Shannon, mit ihren engen Kanälen und weiten Seen ist abwechslungsreich. Man kommt vorbei an urigen Dörfern, in denen man an jeder Ecke einen gemütlichen Pub mit freundlichen Iren findet. Auch das Sightseeing kommt nicht zu kurz: mittelalterliche Kloster- und Burganlagen liegen entlang der Strecke und können einfach vom Boot aus besichtigt werden.

 

Reisebericht Hausboot Irland mit Kindern

In meinem Reisebericht über unseren Urlaub mit Hausboot in Irland mit Kindern erfährst Du alles über die Fahrgebiete, Bootsanmietung, Ausstattung der Boote,  Ausflugsmöglichkeiten sowie Routenvorschläge:

 

Inhaltsverzeichnis: 

  1. Allgemeine Infos
  2. Das Boot
  3. Routenvorschlag

Reisebericht Hausboot Irland mit Kindern

1. Allgemeine Infos

Irland ist das perfekte Ziel für einen Urlaub mit dem Hausboot mit Kindern! Das Beste zu Beginn: man braucht keinen Führerschein. 

Bei unserem Vermieter Carrick Craft haben wir vor Anreise einen Einführungslehrgang online gemacht, durch den wir als blutige Anfänger mit dem Boot, den Wasserkarten und Navigationszeichen schon vertraut gemacht wurden. Auf dem Shannon passiert man immer mal wieder Schleusen, bei denen alle mit anpacken müssen, um das Boot zu sichern, dem Schleuser die Seile zu reichen und das Kleingeld  für die Passage bereit zu halten (in der Regel 1,50 €). Auch das Schleusen wird in dem Online-Video schon anschaulich erklärt. Vor Ort erhält man dann noch eine Erklärung und Einweisung zum eigenen Boot (Wasserpumpe, Stromversorgung usw.) und macht eine kurze Probefahrt durch den Hafen - und schon ist man Kapitän und kann loslegen!

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Teens können sich schon als Kapitän versuchen

Die Fahrgebiete: Irlands größter Fluss, der Shannon, ist auf über 270km Länge für Charterboote schiffbar.

Am nördlichen Shannon findet man zahlreiche Orte mit guter Infrastruktur und Anlegemöglichkeiten. Weiter südlich wird es ruhiger. Wer noch mehr Ruhe und Natur sucht, dem ist das ländliche, nur dünn besiedelte Gebiet der Erne-Seenplatte zu empfehlen. Nordirland und die Republik Irland gehen hier unauffällig ineinander über.

Wir waren eine Woche mit dem Hausboot ab Carrick-On-Shannon auf dem Shannon in nördlicher und südlicher Richtung unterwegs. Meinen Routenvorschlag findest Du hier.

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Beim Schleusen müssen alle mit anpacken

Die beiden wichtigsten Anmiethäfen auf dem Shannon sind Banagher und Carrick-on-Shannon. Beide sind in etwa zwei Stunden Fahrtzeit von Dublin aus zu erreichen. Einwegfahrten zwischen den beiden Stationen sind möglich, allerdings wird die Fahrtrichtung vom Vermieter aus organisatorischen Gründen meist erst kurz vor Fahrtbeginn bekannt gegeben. Die Anreise zu den Liegehäfen kann über einen Transfer organisiert werden oder man kann das Auto/den Mietwagen während der Bootsanmietung kostenlos auf dem Parkplatz des Vermieters stehen lassen. 

Die Anmietung der Boote erfolgt in der Regel wochenweise samstags. Je nach Vermieter und Liegehafen sind auch andere Anmiettage und auf Anfrage kürzere Aufenthalte möglich. 

Gut zu wissen: die Liegeplätze an den Häfen müssen nicht im Voraus gebucht werden.  So kann man seine Tagesetappen sehr spontan nach Lust und Laune wählen. Manchmal muss man jedoch auch auf das Wetter Rücksicht nehmen, da man zum Beispiel bei Sturm die größeren Seen, wie den Lough Ree, nicht überqueren darf. In der Hochsaison im Sommer kann es an beliebten Häfen recht voll werden, deshalb wird es empfohlen, dort nicht zu spät anzukommen. In der Dunkelheit sollte aber grundsätzlich aus Sicherheitsgründen nicht gefahren werden.

Noch ein Vorteil: die Nebenkosten vor Ort sind relativ gering. Der Liegeplatz ist an den meisten Häfen kostenlos (Ausnahme z.B. die größere Stadt Athlone, dort kostet der Liegeplatz für die Übernachtung 12 €).  Den Strom, den man in jedem Liegehafen ebenso aufladen sollte wie die Wassertanks, kann man über die Smartcard bezahlen, die man bei Anmietung vom Vermieter erhält. Bei der Rückgabe des Bootes werden beim Vermieter nur die genutzten Einheiten auf der Karte berechnet. Auch das Entgelt für die Schleusen ("Locks") kann man teilweise über die Karte abrechnen. Das Auffüllen der Wassertanksist in der Regel ebenso kostenlos.

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Unterwegs auf dem Shannon

Aktivitäten mit der Familie: Irlands unberührte Natur eignet sich prima für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Golfen, Reiten und Angeln. Viele davon, kann man problemlos innerhalb eines Urlaubs mit dem Hausboot in Irland einbauen.

Für Golfliebhaber gibt es viele Golfplätze, die einfach vom Boot aus zu erreichen sind. "Pitch and Putt" ist die vereinfachte Variante des Golf mit kürzeren Spielbahnen, die von Golf-Anfängern und Kindern problemlos und mit großem Spaß gespielt werden kann.  

Angeln ist Volkssport in Irland und der Shannon reich an Forellen, Lachsen und Hechten. Ein Angelschein wird nicht benötigt und wenn man seine Angel mitbringt, kann man sie direkt vom Hausboot ins Wasser werfen - die Kinder lieben es! 

Der Lough Key Forest Park nördlich von Carric-on-Shannon ist ein Erlebnis-Outdoor-Park, in dem sich Familien mit Kindern aller Altersstufen vergnügen können. 

Unser wichtigstes Hilfsmittel an Bord war die Gewässerkarte. Man bekommt sein eigenes Exemplar bei der Anmietung ausgehändigt. Hier findet man alle Infos zur Navigation, den erlaubten Fahrtstrecken, den Liegehäfen, Schleusen, Brücken (Achtung Höhe!) bis hin zu Pub- und Restaurantempfehlungen. Sehr hilfreich für die Planung der Tagesetappen sind die Angaben über die ungefähre Fahrtdauer zwischen den Liegehäfen. Die Gewässerkarte lag bei uns während der Fahrt immer neben dem Steuerstand und war immer unser treuer Begleiter. Einmal mussten wir sogar den Schleuser auf seinem Mobiltelefon anrufen (Nummer in der Gewässerkarte), da die Schleuse unbesetzt war - er hatte gerade Mittagspause und wir mussten warten, bis er fertig war - in Irland gehen die Uhren eben noch etwas langsamer.

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2. Das Boot

In meinem Reisebericht kann ich nur über das von uns gemietete Boot berichten, aber viele generelle Ausstattungsmerkmale treffen auch auf andere Bootstypen zu. 

Wir hatten für unsere Großfamilie die "Waterford" bei Carrick Craft gemietet - ein komfortables Boot, das ideal ist für bis zu 6 Personen. Sie verfügt über 3 Schlafkabinen, jeweils mit eigener Duschkabine mit Waschbecken und WC. Eine Kabine befindet sich vorne im Bug und zwei im Heck des Boots, jeweils mit Einzelbetten, die leicht in ein Doppelbett umwandelbar sind. Die Sitzecke im "Salon" ist gemütlich, die Küche mit Gasherd und Backofen ist mit dem Nötigsten ausgestattet. Es gibt zwei Steuerstände, einen unten im Boot und einen oben auf dem Sonnendeck. Sie ist 11,90m lang und 3,90m Breit.

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Die "Waterford"

Reisebericht Hausboot Irland mit Kindern

3. Routenvorschlag

Bei der Routenplanung für den Urlaub mit dem Hausboot in Irland steht man zunächst vor der Entscheidung, ob man eine Einwegmiete plant oder zum Ausgangspunkt zurückkehren möchte. Das wiederum hängt mit der Frage zusammen, wie man zum Liegehafen anreist.  Wenn man mit dem Mietwagen zum Anmiethafen kommt und diesen dort für die Dauer der Bootsanmietung stehen lässt (was kostenlos möglich ist), muss man zwangsläufig wieder zum Ausgangspunkt zurück kommen.

Wir haben uns für diese Variante entschieden, da der Mietwagen für eine Woche für uns fünf günstiger war als ein Hin- und Rücktransfer und weil wir auch auf dem Weg zum Boot die Lebensmitteleinkäufe für die Woche gleich erledigen wollten.  

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Einen Pub gibt es auch im kleinsten Ort

Dazu noch ein Tipp: entlang der Route gibt es in jedem Ort zumindest einen Supermarkt, in dem man die nötigsten Lebensmittel einkaufen kann. Wir haben vor der Bootsübernahme einen Großeinkauf bei Aldi in Carrick-on-Shannon gemacht und die Preise waren hier viel günstiger als anderswo.  

Die Route, die wir für unseren Urlaub mit dem Hausboot in Irland mit Kindern geplant hatten, sah so aus: zunächst von Carrick-on-Shannon Richtung Süden über Roosky nach Lanesborough. Von dort wollten wir über den Lough Ree (größter Binnensee auf dem Shannon) nach Athlone (größte Stadt entlang des Shannon mit vielen Sehenswürdigkeiten wie der Normannenfestung) - Clonmacnoise (Klosterruine mit Hochkreuzen und Rundturm). Von dort wieder zurück nach Norden bis Carrick-on-Shannon und weiter nördlich bis in den Lough Key Forest Park.

Leider hatten wir jedoch ein Problem mit dem Boot (defekte Wasserpumpe) und konnten Richtung Süden nur bis Lanesborough fahren und mussten dann zurück nach Carrick-on-Shannon, um dort ein neues Boot zu übernehmen. Das kann passieren und unser Vermieter Carrick Craft war zu jeder Zeit hilfsbereit und freundlich und hat alles gegeben, damit wir so schnell wie möglich weiterfahren können.  

So führte uns dann die Route nördlich von Carrick-von-Shannon in den Erlebnis- und Freizeitpark Lough Key Forest Park. Schon die Fahrt dorthin ist wunderschön. Die Kids liebten unsere Ferien auf dem Wasser. Entlang sattgrüner Wiesen mit grasenden Schafen und Pferden muss man eine Schleuse passieren, um auf den weitläufigen See "Lough Key" mit seinen kleinen, unbewohnten und runden Inseln zu gelangen. Die reine Fahrtzeit beträgt etwa zwei Stunden und wir haben dann direkt an der Marina des Lough Key Forest & Activity Park angelegt.

In diesem weitläufigen Naturpark gibt es für Familien viel zu unternehmen und entdecken und man kann hier mindestens einen Tag voller Aktivitäten verbringen.

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Der Lough Key mit seinen kleinen Inseln

In dem Park, in dem auch die Ruinen eines Klosters aus dem 12. Jh. zu bewundern sind, kann man kleine Wanderungen auf eigene Faust unternehmen. Die Natur und der Wald sind wirklich atemberaubend schön und man wartet quasi nur darauf, hinter dem nächsten Baum einen Kobold oder eine Fee zu sehen. Wir sind die 3,5km des "Dumman`s Island Trail" in etwa einer Stunde gelaufen und das kriegen auch die Kids prima hin. 

Im Visitor Center des Parks kann man sich über die angebotenen Aktivitäten informieren. Es gibt einen Kletterpark, einen Abenteuerspielplatz und die "Lough Key Experience". Hier wird man per Audio-Tour durch einen Tunnel in die Überreste eines alten Herrenhauses begleitet und kann vom Aussichtsturm den Blick über den wunderschönen Lough Key schweifen lassen. Ein Baumwipfelpfad führt durch den Wald und bietet ebenso spektakuläre Ausblicke. 

Großen Spaß hatten wir auch beim gemeinsamen Lösen der Aufgaben im "Boda Borg", der schwedischen Variante eines Escape Rooms. Durch das erfolgreiche Lösen der Aufgaben (hier sind Körper und Geist gefragt), gelangt man in den nächsten Raum und zu weiteren Herausforderungen - prima zum Teambuilding. 

Am Ende haben wir noch eine geführte Segway-Tour durch den Park gemacht (für Kinder ab 12 Jahren). Nach einer kurzen Einweisung sind wir unserem Guide durch den Park und Wald gefolgt. Unsere Jungs hatten den Dreh schnell raus und mussten dann leider immer auf ihre langsame Mutter warten.

Noch ein Tipp: miete Dir mit dem Hausboot gleich ein Beiboot mit Außenmotor. Weil unsere Kids Ferien auf dem Wasser lieben und nicht genug vom Bootfahren bekommen, kann man sich nach dem Festtauen des Hausboots im Hafen mit dem kleinen Beiboot auf Entdeckungstour begeben. Der Lough Key bietet sich dafür an, da die kleinen Inseln von seichtem Wasser umgeben sind und nur mit dem Beiboot angefahren können. Ein echtes Abenteuer war unser Ausflug auf die Castle Island, wo man -völlig alleine- durch eine zerfallene Burgruine streifen kann. 

Fazit meines Reiseberichts: unser Urlaub Hausboot Irland mit Kindern war ein voller Erfolg. Die perfekte Mischung aus Entspannung, Aktivität und Abenteuer. Mir hat besonders gut gefallen, dass man nicht ständig Koffer packen und umziehen muss und trotzdem viel sehen und unternehmen kann. Eine tolle Erfahrung war auch, dass jeder an Bord mithelfen muss, egal ob beim Schleusen oder Spülen. Dazu kommt, was uns Müttern immer wichtig ist: die Kinder sind viel an der frischen Luft. Die Iren sind äußerst freundlich und die Fernweh Kids haben sich sogar ab und zu auf Englisch versucht. Der Urlaub auf dem Hausboot lässt sich auch prima verlängern: zum Beispiel mit einem Trip an die Westküste zu den Cliffs of Moher oder einem Städtetrip in die irische Hauptstadt Dublin

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Kommentare: 1
  • #1

    André Hirsch (Sonntag, 07 Juli 2019 16:37)

    Liebe Sabine,
    ich bin begeistert von der Art und Weise deines Berichts !
    Da bekommt man richtig Lust auf diesen Trip.
    Bin schon auf deinen nächsten Beitrag gespannt.
    liebe Grüße
    André

Madame Fernweh

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